Medienecho

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Medienbericht vom 07.05.2010

Überschuldung - Leider keine Frage des Alters

Ein Zwischenruf aus der Praxis

Senioren erwartet in finanzieller Hinsicht leider nicht immer wie gewünscht ein relativ sorgloser Lebensabend. Auch in unserer anwaltlichen Schuldnerberatung häufen sich Fälle, in den nach dem altersbedingten Ausscheiden aus dem Berufs- und Erwerbsleben eine außergerichtliche Schuldenbereinigung oder sogar ein Insolvenzverfahren zum Thema werden müssen. Nach unseren Erfahrungswerten wird dabei nicht selten die eigentlich gerade als Alterssicherung gedachte Anschaffung von Eigentumswohnungen zum finanziellen Desaster, so. z. B. wenn infolge einer Mietnomadenproblematik und/ oder von Vandalismusschäden fest eingeplante Mieteinnahmen längere Zeit ausfallen und gleichzeitig Kostenbelastungen auftreten, für die finanzielle Puffer nicht vorhanden sind. Aber auch aus unüberlegten Vertragsschlüssen, übermäßig ausgenutzter Hilfsbereitschaft für jüngere Familienmitglieder („Wir melden das Gewerbe mal auf Deinen Namen an. Du hast doch nichts dagegen?!“) oder aus nicht nachdrücklich begegneten Internet-Betrügereien können schneller als gedacht finanzielle Fallstricke erwachsen. Auch die Verbraucherzentrale Brandenburg weist verstärkt auf diesen Problemkreis hin. Darüber berichtet beispielsweise die „Märkische Oderzeitung“ auf ihrer Internetseite in einem Beitrag unter dem Titel „Rentner in der Schuldenfalle“. Wir nehmen dies zum Anlass, hier aus Sicht der Insolvenzrechtspraktiker darauf hinzuweisen, dass es bei finanziellen Schieflagen von Senioren entgegen verbreiteter Gerüchte und Vorurteile auch im fortgeschrittenen Lebensalter grundsätzlich immer die Möglichkeit für ernsthafte Bemühungen um eine außergerichtliche oder gerichtliche Schuldenregulierung bzw. für die Erlangung von Restschuldbefreiung nach Durchführung eines Insolvenzverfahrens gibt.