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Pressemitteilung vom 29.12.2009

Krise bietet auch Chancen für mehr Sanierungserfolge

Insolvenzexperte Rolf Nacke macht im Jahresrückblick eine größere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die einstige Tabuzone „Insolvenz“ aus - Kriselnde mittelständische Unternehmen zu aktiver Wahrnehmung von Sanierungsmöglichkeiten ermuntert

Große Namen kränkelnder Unternehmen wie Arcandor, Escada oder Opel werden rückblickend sicher noch lange mit den wirtschaftlichen Krisenerscheinungen des Jahres 2009 in Verbindung gebracht werden. Diese stellen aber bekanntlich gleichsam nur die Spitze eines Eisberges dar. Darunter verbirgt sich leider eine wachsende Zahl notleidender mittelständischer Unternehmen, Gewerbetreibender und Kleinbetriebe. Branchenkreise rechnen für das Jahr 2010 übereinstimmend mit einem deutlichen Ansteigen der Anzahl an Unternehmensinsolvenzen.

In der Region Berlin-Brandenburg gehört Rechtsanwalt Rolf Nacke zu den anerkannten Insolvenz- und Sanierungsexperten, die regelmäßig von verschiedenen Insolvenzgerichten mit der Abwicklung von Unternehmensinsolvenzen betraut werden. Der Mitinhaber der Berliner Wirtschaftsrechtskanzlei „Nacke & Leffler Rechtsanwälte“ ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten tagtäglich mit Insolvenzfällen befasst. Zuletzt machte er u. a. mit der erfolgreichen Sanierung des Berliner Traditionsunternehmens Formularverlag Purschke + Hensel GmbH sowie als Verwalter der Grundbesitz- und Betreibergesellschaft des Flugplatzes Neuhardenberg sowie der Dacapo Holzbau GmbH von sich Reden. 

Im Rückblick auf ein unruhiges Jahr mit erheblichen Herausforderungen stellt Nacke fest, dass die zahlreichen öffentlichen Diskussionen um große Konzerninsolvenzen und die beinahe ununterbrochene Präsenz des Themas in gedruckten und elektronischen Medien nach seiner Einschätzung zu einem veränderten Problem-Bewusstsein beigetragen hätten. Bei aller Bitterkeit, die neuen Insolvenzfällen schon hinsichtlich des drohenden Verlustes von Arbeitsplätzen immer anhafte, liege hierin letztlich aber auch eine Chance begründet. Das „Tabu Insolvenz“ werde so zunehmend aufgebrochen, Betroffene reden und werden gehört. Die Gesellschaft insgesamt kann aus einem offeneren Umgang mit diesem Themenfeld nach Ansicht Nackes auf längere Sicht deutlich profitieren.   

Noch immer sei es gerade vielen Inhabern mittelständischer Betriebe derart peinlich, aufgelaufene Rechnungen nicht fristgerecht bei Lieferanten und Subunternehmern begleichen zu können, dass bis zur letzten Minute immer neue Vorwände für weiteren zeitlichen Aufschub ins Feld geführt würden, bis das Kartenhaus schließlich zwangsläufig zusammenstürze und ein größtmöglicher Schaden zurückbleibe. Bei rechtzeitiger Einholung geeigneter fachlicher Unterstützung könnten hingegen viele Unternehmen zumindest in erheblichem Umfang saniert werden. Auch durch verspätete Stellung von Insolvenzanträgen machten sich Geschäftsführer und vergleichbare Vertreter von Gesellschaften immer wieder schadensersatzpflichtig und mitunter sogar strafbar. Doch selbst wenn der Insolvenzverwalter dann solche Unternehmenslenker zugunsten der Insolvenzasse in Regress nehme, blieben Sanierungschancen und Arbeitsplätze in diesen Fällen allzu oft auf der Strecke.

Eine positive Entwicklung macht Nacke bei den sog. Verbraucherinsolvenzen aus. In der Praxis seiner Kanzlei sei festzustellen, dass Banken in den letzten Monaten flexibler geworden seien. Es käme durch Zustimmung der Kreditinstitute deutlich häufiger zu vergleichsweisen Regelungen im sog. außergerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren. Durch derartige Verständigungen der betroffenen Gläubiger mit den Schuldnern würde letzteren ein langwieriges Insolvenzverfahren mit erheblichen persönlichen Einschränkungen erspart. Auch die Gläubiger profitierten, da sie anstelle eines wirtschaftlichen Totalschadens wenigstens noch eine teilweise Regulierung ihrer Außenstände verzeichnen könnten. Vorgänge könnten abgeschlossen werden und Arbeitsaufwand reduziere sich. Schließlich werden auch die Gerichte auf diese Weise entlastet. Nacke hofft, dass sich im neuen Jahr noch mehr Gläubiger mit den enormen Möglichkeiten des deutschen Insolvenzrechtes vertraut machen und praktikable Kriterien dafür entwickeln, wann im Einzelfall eine außergerichtliche Schuldenregulierung sachgerechter als die Durchführung eines Insolvenzverfahrens sein könne.