Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zurück
Was bedeutet anwaltliche Sanierungs- und Restrukturierungsberatung für landwirtschaftliche Betriebe bei "Nacke und Leffler"?
Leuchtende Rapsfelder zwischen endlosen Alleen gehören einfach zum märkischen Frühling und wenn die Mähdrescher auf den Weizenschlägen wieder ihre staubigen Bahnen ziehen und die Luft vor Hitze flimmert, dann ist in Berlin und Brandenburg die Sommerferien- und Urlaubszeit angebrochen. Letzteres allerdings gerade nicht für die vielen Landwirte, die dann trotz schönstem Badewetter an langen Arbeitstagen und mit großem körperlichen Einsatz um eine gute Ernte und damit nicht zuletzt um die materielle Existenzgrundlage für Ihre Unternehmen und Familien kämpfen.

Trotz modernster Spezialtechnik und stetig verbesserter Anbaumethoden bleiben Viehzucht und Landbau in unserer Region besonders anspruchsvolle Tätigkeiten, die von den Akteuren vor Ort täglich überdurchschnittlichen Einsatz erfordern. Agrarbetriebe sind extrem witterungsabhängig. So entscheiden z. B. beim Sommergetreide wenige Wochen in der Hauptwachstumszeit über Ertrags-Qualität und Erntemenge einer ganzen Saison. Gerade in den letzten Jahren haben wiederholte ungewöhnliche Trockenperioden in den Monaten April und März in bestimmten Regionen, beispielsweise der Uckermark, den Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Ob es sich dabei schon um erste Auswirkungen eines weltweiten Klimawandels handelt, darüber streiten derzeit noch die Experten. Doch zeichnet sich jetzt schon ab, dass gerade Brandenburg mit seinen sandigen Böden von Klimaveränderungen zukünftig in besonderer Weise betroffen sein dürfte.

Auch die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die märkischen Agrarbetriebe sind alles andere als einfach und überschaubar. Mit der so genanten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) in Umsetzung der Luxemburger Beschlüsse vom 23. Juni 2003 werden seit dem 1. Januar 2005 auch in unserer Region zunächst schrittweise bis zum Jahr 2013 erhebliche Änderungen bei der Gewährung staatlicher Fördermittel im Agrarsektor wirksam. Dazu gehören insbesondere eine Entkopplung bisheriger produkt- bzw. tierbezogener Direktzahlungen bei zukünftiger Bindung staatlicher Zuschüsse an neunzehn europäische Rechtsvorschriften mit Vorgaben zu den Bereichen Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit, Tierschutz und den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand sowie eine sog. Modulation als zeitlich gestaffelte Kürzung der Direktzahlungen zwecks Freisetzung von Mitteln für die Förderung der ländlichen Entwicklung im Umweltbereich (Zweite Säule) und schließlich nicht zuletzt auch verschiedene Änderungen im Bereich der Marktordnungen für Milch und Getreide. Für nähere Einzelheiten zur GAP – Reform verweisen wir an dieser Stelle auf die Erläuterungen im Internetangebot des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums. Diese Maßnahmen verfolgen das Ziel, durch bewusste Anbauentscheidungen eine stärkere Orientierung der landwirtschaftlichen Erzeuger an den Marktgegebenheiten zu befördern.

Tatsächlich waren gerade die letzten Jahre von so bisher kaum bekannten deutlichen Schwankungen der Erzeugerpreise für Getreide, Milch und andere landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Zeiträumen von zum Teil nur wenigen Monaten gekennzeichnet, was die Einnahmesituation landwirtschaftlicher Unternehmen beeinflusste und mitunter ganze Betriebskonzepte quasi über Nacht in Frage stellte. Auf der Ausgabenseite sorgten die Entwicklungen bei den Energie-, Kraftstoff- und Düngerpreisen sowie beim Saatgutbezug für weitere Unsicherheiten bei der Kalkulation effizienter Betriebsabläufe. Gerade im Land Brandenburg stellt zudem die Entwicklung der Grundstücks- und Landpachtpreise einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar. Dabei ist für Landwirte und Agrarbetriebe die Geschäftspolitik der BVVG von besonderem Interesse.

Neue, politisch gewollte und daher entsprechend aktiv beworbene Geschäftsfelder wie der Anbau nachwachsender Rohstoffe und die Energieerzeugung aus Biomasse eröffnen Landwirten zwar neue Chancen und ergänzende Einnahmequellen, stellen aber kein Patentrezept dar und eignen sich insbesondere auch nicht ungesehen für jeden nur denkbaren Standort. Denn beispielsweise eine komplexe Biogasanlage mit Gärtank, Speicher, Lagerräumen, Leitungen und Blockkraftwerk bezahlen Landwirte auch mit staatlicher Förderung und Zuschüssen nicht mal eben so aus der Portokasse. Anlagenhersteller, Umweltpolitiker und Landwirtschaftsbehörden machten die Biogasanlagen auf speziellen Veranstaltungen, in persönlichen Gesprächen und mit Publikationen schmackhaft. Im Ergebnis waren Inhaber bäuerlicher Betriebe bereit, erhebliche Summen in die Errichtung von Biogasanlagen zu investieren. In Ermangelung von Eigenkapital wurden Kredite zur Finanzierung derartiger Projekte aufgenommen und nicht selten Grundschulden an Grundstücken der Unternehmen als Kreditsicherheiten eingeräumt. Allerdings amortisieren sich Investitionen in solchen Größenordnungen nur über längere Zeiträume und bei dauerhaft preiswerten Rohstoffen für die Biomasseproduktion.


Die Folgen der weltweiten Finanzmarktkrise erschweren auch für die in der Region ansässigen Landwirtschaftsunternehmen den Zugang zu Krediten. Im Zusammenwirken von Ernteeinbußen, Tierseuchen, kurzfristigen Preisschwankungen und härten Kreditbedingungen können sich so für Agrarbetriebe Liquiditätsengpässe ergeben. Bei rechtzeitigem Gegensteuern kann der Gang in ein Insolvenzverfahren jedoch in vielen Fällen vermieden werden. Doch auch ein Insolvenzverfahren muss nicht zwingend zur sofortigen Betriebseinstellung und Geschäftsaufgabe führen, bietet vielmehr Chancen für Sanierung und Restrukturierung. Bei wirtschaftlich gesunden Unternehmen ermöglicht eine kritische Bestandaufnahme, Beratung und Überprüfung der betrieblichen Abläufe durch unabhängige und von Berufs wegen zur Verschwiegenheit verpflichtete Dritte zudem die zukunftsorientierte Verbesserung von Strukturen und Kosten – Nutzen - Relationen sowie die Vermeidung unnötiger Kosten. Denn wer gute Verträge verwendet und richtig mahnt, spart sich unter Umständen spätere Gerichts- und Anwaltskosten.

Unsere Kanzlei als Anbieter komplexer anwaltlicher Dienstleistungen, die in der Vergangenheit wiederholt die Umstrukturierung landwirtschaftlicher Betriebe rechtlich und betriebswirtschaftlich begleitet hat, steht Ihnen dabei als kompetenter Ansprechpartner gern zur Verfügung. Wir unterstützen Sie bei schwierigen Verhandlungen mit Banken, Landwirtschaftsämtern, Verpächtern, Netzbetreibern und Lieferanten, engagieren uns mit ganzer Kraft für die Durchsetzung Ihrer Forderungen gegenüber Dritten, entwickeln maßgeschneiderte Sanierungskonzepte, setzen uns für Umschuldungsvereinbarungen und außergerichtliche Schuldenregulierung mit den Gläubigern ein, bereiten ggf. einen erforderlichen Insolvenzantrag gemeinsam mit Ihnen vor und unterstützen sie im laufenden Insolvenzverfahren mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen Neuanfang zu ermöglichen. Auch für die Entwicklung von Konzeptionen zur zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit sowie für eine Optimierung Ihrer betrieblichen Abläufe stehen wir Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite. Der in unserer Kanzlei tätige Rechtsanwalt René Schmidt stammt aus einer bäuerlichen Familie, hat seine Kindheit auf dem Bauernhof seiner Großeltern verbracht und ist auch heute noch angesichts des Wohnsitzes seiner Familie im uckermärkischen Dorf Brodowin den Belangen landwirtschaftlicher Produktion in besonderer Weise verbunden. Im Jahre 2008 hat er in der landwirtschaftlichen Fachzeitschrift „BAUERN ZEITUNG“ eine Serie von drei umfangreichen Beiträgen zu Fragen der Sanierung und Insolvenz landwirtschaftlicher Betriebe veröffentlicht.